Gekämpft wie die Löwen

Schwimmen   Der TV Lindenberg ist mit seinem Schwimmfest rundum zufrieden – nicht nur wegen der vielen tollen sportlichen Leistungen

Von Benjamin Schwärzler
Lindenberg  Nach fast neun Stunden und über 1200 Starts ist es das letzte Rennen des Tages. 4x50 Meter Freistil in der offenen Wertung. Sarah Langes, Ron Epple, Cilian Claus und Joris Steinhauser vom TV Lindenberg geben alles.


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Die Zuschauer am Beckenrand toben und feuern die Schwimmer lautstark an. Die feucht-warme Luft explodiert förmlich vor Spannung. Schlussschwimmer Joris Steinhauser schlägt nach 1:57,09 Minuten an. Eine klasse Zeit. Und doch fehlt dem TVL nach 200 Metern der Wimpernschlag von 30 Zentimetern. Die Kuhschelle geht an die SSG Günzburg-Leipheim (1:56,88).Dramatischer hätte das 2. Internationale Lindenberger Schwimmfest nicht zu Ende gehen können. Für den ausrichtenden TV Lindenberg mit seinen 50 Helfer war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Aus sportlicher Sicht, weil die 19 TVL-Schwimmer, die am Start waren, 33 Gold-, 13 Silber- und 13 Bronzemedaillen holten – und dabei 37 persönliche Bestzeiten schwammen. „Und das, obwohl auch wir von der Erkältungswelle nicht verschont geblieben sind“, sagt Abteilungsleiter Olaf Langes und ergänzt: „Beim Heimwettkampf, wenn die Mamas und Papas zuschauen, ist man eben noch mal ganz anders motiviert.“
Ron Epple (Jahrgang 2000) knackte sogar den Vereinsrekord über 200 Meter Rücken (2:22,49 Minuten). Er schlug insgesamt sechsmal als Erster an. Weitere Goldmedaillen gingen an Rebecca Hermann (5), Justin Herthnek (4), Tamina Buchhaupt (3), Sarah Langes (4), Miriam Langes (2), Hanna Wagner (2) und Cilian Claus.
Ein Sonderlob von Trainer Johannes Epple erhielt Valentina Pareth (Jahrgang 2005): „Sie war herausragend über 100 Meter Lagen und 200 Meter Brust.“ Neben diesen beiden Rennen gewann sie auch über 50 Meter Brust und 50 Meter Freistil – eine echte Allrounderin.
Auch Joris Steinhauser (Jahrgang 2004) habe sich „richtig reingehauen“, freut sich Epple. „Man merkt, dass er vom Triathlon-Training eine ausgeprägte Grundfitness mitbringt. Außerdem hat er seine Technik in allen Lagen stark verbessert.“ Der Lohn dafür waren sechs Medaillen, inklusive Siege über 50 Meter Rücken und Schmetterling.
Mit 250 Athleten aus 20 Vereinen aus Bayern, Baden, Württemberg, Liechtenstein und Österreich war das Schwimmfest wieder ausgebucht. Für den TVL bedeutete es einen echten Kraftakt, zumal es einige Neuerungen gab. Beispiel Zeitnahme. Bisher wurden alle Läufer nach den Startsignal einzeln per Hand gestoppt, die Zeiten in Listen eingetragen und diese manuell ausgewertet. „Das war sehr personalintensiv und fehleranfällig“, sagt Langes. Heuer kam erstmals eine teil-elektronische Anlage zum Einsatz, die der Verein inklusive Anzeigetafel von einer Fachfirma ausgeliehen hat. Ebenso ein Gerät, um per Lasertechnik vor Ort Medaillen zu gravieren. Das Edelmetall wurde jeweils mit dem Namen, der Strecke und der Zeit versehen – wie bei den Profis. Bei den Kindern und Jugendlich kam das natürlich super an. Eine der Siegerehrung nahm Bürgermeister Eric Ballerstedt vor.
Es war also eine rundum gelungene Veranstaltung für den TVL. Auch wenn sich das sportliche Ziel, zumindest eine der vier Kuhschellen in Lindenberg zu behalten, nicht erfüllt hat. Der 1. SC Ravensburg (gewann beide Staffeln der Jahrgänge 2005 bis 2010) und die SSG Günzburg-Leipheim (gewann beide Staffeln der offenen Wertung) waren an diesem Tag einfach stärker. Dennoch fällt auch hier das Fazit von Trainer Johannes Epple positiv aus: „Unsere Staffelschwimmer haben gekämpft wie die Löwen – und jeder war eine Sekunde schneller als im Einzelwettkampf. Schade, dass am Schluss 30 beziehungsweise 21 Hundertstel gefehlt haben.“

Außerdem für den TVL am Start: Mia Duffrin, Yannik Eska, Maja Gralki, Luisa Hehle, Laurenz Hofer, Lea Mayr-Blum, Ronja Meister, Magdalena Nagenrauft, Anna Sattler

 

 

Bildergalerie im Internet:

Benjamin Schwärzler
Redaktion "Der Westallgäuer"

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